Ertheneburg

Am hohen Ufer der Elbe bei Schnakenbek lag die Ertheneburg – heute nur noch ein grasbewachsener Wall, doch einst eine wichtige Befestigung an der Alten Salzstraße. Diese Handelsroute verband das salzreiche Lüneburg mit der Ostsee und machte die Region schon im Mittelalter zu einem bedeutenden Durchgangsgebiet.

So könnte sie ausgesehen haben

Die Ertheneburg wurde im Jahr 1106 erstmals urkundlich erwähnt. Sie diente zur Sicherung eines Elbübergangs und kontrollierte den Handels- und Verkehrsweg entlang des Flusses. Ihr Standort war strategisch hervorragend gewählt: Von hier aus hatte man einen weiten Blick über die Elbe und konnte jeden beobachten, der sie überqueren wollte.

Bekannt wurde die Burg im 12. Jahrhundert, als sie unter den Einfluss von Heinrich dem Löwen, Herzog von Sachsen und Bayern, geriet. In dieser Zeit spitzte sich sein Konflikt mit Kaiser Friedrich Barbarossa zu. Nachdem Heinrich seine Herzogtümer verlor und ins Exil gehen musste, zog er sich mit seinen Gefolgsleuten über die Elbe zurück. Auf diesem Weg ließ er die Ertheneburg in Brand setzen, um sie nicht seinen Gegnern zu überlassen.

Nach dieser dramatischen Zeit wurde die Anlage nicht wieder aufgebaut. Die Natur nahm das Gelände zurück, und was blieb, sind die Spuren ihrer Wälle, Gräben und das weite Panorama über den Fluss. Heute ist die Ertheneburg ein Bodendenkmal und ein Ort der Stille – geschichtsträchtig, aber friedlich.